Sa. 14. 8. 2004 a. d. Tagebuch aus Nepal.

Wir besuchen in der Früh ein Dorf, in dem von Frauen nach traditioneller Art Keramik handbemalt (und verkauft) wird. Keine Touristenfalle, sondern eine der intelligentesten Formen von wirksamer Unterstützung: Sichergestellt ist, dass der Erlös aus dem Verkauf allen Frauen zu guten kommt. Von Generation zu Generation weitergegebene Kunst wird zur Gelegenheit für viele Frauen in der Umgebung, dass ihre Position (nicht nur materiell) gestärkt wird.

Vier Stunden dauert dann die Fahrt nach Biratnagar. Dörfer mit Häusern aus getrocknetem Stroh entlang des Weges. Die umliegenden Reisfelder lassen zumindest vermuten, dass Nahrung hier nicht das allergrößte Problem ist – solange es genug Wasser gibt.


Später verändert sich die Vegetation: Der Fahrer erklärt uns, hier wird Jute angepflanzt. Biratnagar ist eine Industriestadt – und nur mehr wenige Kilometer von Indien entfernt. Die Glanzzeiten hat der rund 200.000 Einwohner umfassende Grenz-Ort bereits hinter sich: Jute, das früher hier verarbeitet worden ist, scheint nicht mehr gefragt (wir erinnern uns: Plastik scheint das Match für sich entschieden zu haben), Wellblech kommt mittlerweile billiger aus Indien. Maries Arbeitskolleginnen nützen die Möglichkeit für einen kurzen Shoppingabstecher nach Indien. Uns Europäern wird die Einreise verwehrt, Visas werden hier keine ausgestellt. Der gemeinsame Spaziergang am Abend entlang der Strasse löst Aufmerksamkeit der Einheimischen aus: Viele Touristen scheint es nicht hierher zu verschlagen. Meine passende Reiselektüre: Transmission von Hari Kunzru.

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