Aug 18 2004

Mi. 18. 8. 2004 a. d. Tagebuch aus Nepal.


Gemuetliche Biketour in der Frueh. Gegen mittag die ersten Anfragen aus Europa und den USA: Die maoistischen Rebellen haetten Kathamandu eingekesselt, alle Zufahtstrassen blockert (siehe auch Meldung im Standard). Wir haben davon noch nichts mitbekommen, auch wenn die Geruechte sich im Vorfeld bereits verdichteten. Eigenartig. Stell Dir vor es ist Revolution und keiner merkt’s. Die Vorbereitungen fuer unseren achttaegigen Wandertrek im Anapurna-Gebiet (ab Samstag 19. 8. 2004) laufen auf hohen Touren…


Aug 17 2004

Di. 17. 8. 2004. Tagebuch aus Nepal.

Die morgendliche Biketour führt mich aus der Morgensonne in den Nebel, der sich um die Jahreszeit weiterhin an den Bergspitzen rund um Kathmandu festzukrallen scheint. Am Weg der Blick ins Tal unter der Nebeldecke ist atemberaubend, der Ritt am Bike auch: das kleine Zahnrad bei der Gangschaltung funktioniert nicht…

Militärposten am Gipfel bilden die Sperrspitze gegen die Maoisten, die in das Tal einfallen könnten. Tina aus Argentinien erklärt achselzuckend, sie fürchte sich vor den jungen Soldaten mit ihren Maschinengewehren mehr als vor den Maoisten. Tagsüber Zeit für die Dissertationen, endlich. Bevor es finster wird besuchen Marie und ich noch das tibetische Viertel Kathmandus, Boudha. Ein beeindruckender Tempel in Form einer riesigen, weißen Kuppel mit Pagodenandeutung und großen aufgemalten Augen. Die Kuppel darf man begehen (manche Kinder spielen auch drauf) oder umrunden (im Uhrzeigersinn bitte!). Die typischen Gebetsfahnen umspannen den Hof und laufen auf der Spitze der Kuppel zusammen. Kurzes Emailchecken in einem Lokal mit der Aufschrift „Internetzone – Peacezone“. Nach meinem Geschmack.



Aug 16 2004

Mo. 16. 8. 2004 a. d. Tagebuch aus Nepal.

Auf der Suche nach einem Espresso klappere ich die Kaffehäuser der Stadt ab. Nicht so leicht. Am Ende hatte ich alles, was sich Espresso schimpft, durch. Nach Tagen nur mit Tee Koffeinschock. Die Zeitungslektüre wird unerwartet vertraut: Ein Artikel über M. in der Nepali Times. Am späten Nachmittag treff ich Helen, eine Australierien von der Party vom Vortag wieder. Sie hat mir ein Mountainbike organisiert, das ich während meines Aufenthalts hier verwenden darf. Am Abend Telefonate nach Berlin für mein neueste Projekt. Dass ich aus Nepal anrufe, verschweige ich freiliche geflissentlich. Die zeitversetzte Frage- und Antwort-Situation entpuppt sich als echter „Hund“. Mein „Mmmmh“ kommt immer als Versuch der Unterbrechung, und als mein Gegenüber noch was sagen will, ist mein „Vielen Dank für das Gespräch“ bereits unterwegs.


Aug 15 2004

So. 15. 8. 2004 a. d. Tagebuch aus Nepal.

Ich entschließe mich zu einer früheren Rückreise nach Kathmandu als geplant. Während M. noch Termine und Treffen bis Dienstag hat entfliehe ich der Hitze und drohender Untätigkeit. Das Flugticket ist handschriftlich ausgestellt, ebenso erfolgt das Einchecken durch analogen Vermerk auf einem Zettel. Mich beeindruckt das. Am Nebenschalter: Yeti-Air. Das Logo: Eine Art Fußabdruck. Im Warteraum lerne ich einen jungen nepalischen Vertriebsmenschen von Carlsberg kennen. Seinen MBA hat er in Indien absolviert. Interessiert verfolge ich seine Erläuterungen über den Getränkemarkt in Nepal. New brands? No way, it would be like burning money as long as the maoist-problem is not solved. Regen in Kathmandu, endlich wieder Abkühlung. Am Abend Geburtstagsparty von Peter aus Ried. Ich schaff es doch immer dort zu sein, wo er feiert.